Grusswort des ehemaligen Staatssekretärs der Senatsverwaltung für Wissenschaft
und Kultur, Dr. Hans-Martin Hinz zur Einweihung der Kapelle der
Versöhnung am 9. November 2000 in Berlin
Im Namen des Senats von Berlin
beglückwünsche ich die Evangelische Kirche von Berlin-Brandenburg und
insbesondere die hiesige Gemeinde zur Einweihung der Kapelle der
Versöhnung auf dem ehemaligen Grenzstreifen.
Mit der Fertigstellung dieses
beeindruckenden neuen Kirchengebäudes wird zugleich das dreiteilige
Ensemble der Gedenkstätte "Berliner Mauer" vollendet. Hier erinnern wir
uns an die Teilung der Stadt und des Landes und wollen Besuchern der Stadt und
den nachfolgenden Generationen einen Ort der Auseinandersetzung bieten
über die Zeit der Zerrissenheit, die für viele Veränderung von
Lebenswegen oder auch den Tod bedeutete. Es ist dem großen Engagement
der Gemeinden zu verdanken, dass die zentrale Mauergedenkstätte in Berlin
in ihren drei Teilen auf kirchlichem Grund und Boden errichtet bzw.
eingerichtet werden konnte. Dafür sind wir sehr dankbar.
Die Sprengung der Versöhnungskirche
durch das SED-Regime mit dem Ziel, die Flucht von Ost nach West noch
todsicherer zu verhindern, forderte zur moralischen Verpflichtung heraus, nach
dem Ende der Teilung diesen Gewaltakt wieder rückgängig zu
machen. Die Weihe der neuen Kapelle am Standort der zerstörten Kirche
bietet nun die Möglichkeit, der Opfer der Teilung dieser Stadt nicht nur
zu gedenken, sondern für sie in Momenten der Andacht zu beten.