Nach den Entwürfen der Berliner Architekten
Peter Sassenroth und Rudolf Reitermann entstand zum zehnten Jahrestag des Falls
der Berliner Mauer die "Kapelle der Versöhnung" auf den Fundamenten der
1985 im Todesstreifen der Mauer gesprengten alten Versöhnungskirche. Der
Gemeinde ist sie bergende Hülle für Gottesdienste und Andachten an
den Wendepunkten des Lebens. Den Besuchern der Gedenkstätte "Berliner
Mauer" ist sie ein Ort der Stille und Besinnung. Der markierte Grundriß
der alten Kirche bleibt frei, umbaut wurde der alte Chorraum. Im
Eingangsbereich des Grundstücks wurden die geretteten Glocken in einem
Läutegerüst aufgehängt. Der alte Altar bildet das Maß
für die Größe und Lage der Kapelle. Über der
ausgegrabenen und sichtbaren Kellertreppe mit Resten ihrer beim "Mauerbau"
zugemauerten Tür ist die Nische für das gerettete Altarbild
errichtet, die als Lichtschacht das Dach überragt. Daran schließt
der ovale nach Osten ausgerichtete Kern des Gebäudes aus massivem
Stampflehm an, der von einer axial auf die Hussitenstraße ausgerichteten
transluzenten Hülle aus Holzlamellen umschlossen wird.