The Chapel of Reconciliation in Berlin - The
Konstruction of the chapel.
We are reporting here on our experiences
with the construction of the Chapel of Reconcitiation in Berlin. The structural
walls of the chapel are built of rammed loam. The construction with loam has
some tradition in Eu-rope (Cointereaux 1793 up to the Bauhaus in Weimar 1947)
and gains in importance during this century for ecological reasons.
Es wird über die Erfahrungen beim Bau der
Kapelle der Versöhnung in Berlin-Mitte berichtet, deren tragende und
aussteifende Wände in Stampflehm errichtet wurden. Der Lehmbau hatte auch
in unseren Breitengraden eine gewisse Tradition (von Cointereaux 1793 bis zum
Weimarer Bauhaus 1947) und gewinnt im 21. Jahrhundert unter ökologischen
Gesichtspunkten eine neue Bedeutung.
Auf den noch vorhandenen Fundamenten der alten
Versöhnungskirche entstand der Neubau der Kapelle der Versöhnung. Die
erste, 1894 eingeweihte Versöhnungskirche war im neugotischen Stil als
Ziegelbau errichtet. Sie erlitt bei Bombenangriffen im November 1943 schwere
Schäden. Mit dem Mauerbau 1961 wurde die Versöhnungskirche zu einem
unzugänglichen Wahrzeichen der geteilten Stadt Berlin, denn sie stand auf
dem "Todesstreifen" zwischen den Bezirken Wedding und Mitte, zwischen dem
französischen und dem sowjetischen Sektor der Stadt Berlin. Die Bilder der
Sprengung der Versöhnungskirche im Jahr 1985, nur wenige Jahre vor dem
Fall der Berliner Mauer, gingen um die Welt. Noch heute ist der Weg der
Grenzsoldaten ablesbar, der über mehr als 20 Jahre einen Bogen um die alte
Versöhnungskirche machte.
1: Alte Versöhnungskirche eingemauert; 2: Kapelle aussen; 3: Kapelle innen; 4: Bau der Ringfundaments für die Kapelle
An diesem durch die jüngste Geschichte
stark geprägten Ort steht heute die neue Kapelle der Versöhnung. Der
Entwurf der Berliner Architekten Reitermann und Sassenroth besteht aus einem
massiven, aus Stampflehm errichteten Innenraum. Er lädt
gleichermaßen zur Andacht als auch zu anderen kirchlichen
Gemeindeaktivitäten ein. Über dem ovalen Grundriss erheben sich die 7
m hohen und 60 cm dicken Stampflehmwände. Die orthogonale Ausrichtung der
alten Versöhnungskirche an das Straßenraster und die traditionelle
Ost-West-Ausrichtung von Sakralbauten bilden die Hauptachsen des Ovals.
Umhüllt wird dieser Baukörper von einer Holzlamellenfassade. Der 2 m
bis 5 m breite Raum zwischen der Lehmwand und der leichten Holzkonstruktion
bildet den Wandelgang. Er stellt eine Übergangszone zwischen der
Außenwelt und dem sakralen Innenraum dar. Gleichzeitig garantiert die
Fassade den erforderlichen Wetterschutz für die tragende und sichtbare
Lehmwand.