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Erst-Information
Das Material Stampflehm am Beispiel des Neubaus "Kapelle der Versöhnung" in Berlin

Modell

Die im Jahre 1999 errichtete Kapelle der Versöhnung in Berlin ist der erste deutsche Sakralbau aus tragendem Lehm. Planung und Bauleitung lag in den Händen des Berliner Architekturbüros Reitermann und Sassenroth, die Ausführung übernahm die österreichische Firma "Lehm - Ton - Erde", Martin Rauch, in Zusammenarbeit mit mehreren regionalen Lehmbaufirmen.

Die TU Berlin, Fachgebiet Tragwerkslehre und Baukonstruktion, wurde mit der Fachberatung für den Lehmbau, der Materialprüfung, sowie der Fremdüberwachung des Bauvorgangs beauftragt.
Als Lehmbautechnik für die 7,20 m hohe und 0,60 m dicke ovale tragende Innenwand wurde der Stampflehmbau gewählt. Wegen der nicht zugelassenen Bauweise war eine "Zustimmung im Einzelfall erforderlich". Sie schrieb eine detaillierte Materialanalyse bei Herstellung und Einbau, sowie eine sorgfältige Überwachung des Bauvorgangs vor. Im Januar 1999 wurden verschiedene Versuchsmischungen hergestellt.
Diese Mischungen wurden Druck-, Biegezug- und Scherfestigkeitsprüfungen unterzogen. Zur Ausführung wurde die Mischung mit den Materialkennwerten nach Tabelle 1 gewählt. Sie bildet ein Konglomerat aus Lehm und steinigen Zuschlägen verschiedener Korngrößen mit einer Zugabe geringer Mengen Flachsfasern. Die Verhältnisse zwischen Scher-, Biegezug- und Druckfestigkeit sind bei dem geprüften Stampflehm ähnlich den von Beton bekannten Werten. Die für den Bau benötigten 160 m³ Stampflehm wurden in einem Betonmischwerk nach dem Musterrezept in zwei Tagen homogen gemischt. Die Druckfestigkeit dieser Mischung wurde erneut geprüft. Nach dem Einbau wurde die Festigkeitsentwicklung des Stampflehms zerstörungsfrei mit dem Building Material Test Hammer überwacht. Die am Bauwerk erreichte Festigkeit liegt unter der der Probekörper.

Autor: Prof. Dr.-Ing. Klaus Dierks; Dipl.-Ing. Christof Ziegert
Kontakt: Technische Universität Berlin Fachbereich Architektur, Sekretariat A12
Straße des 17.Juni 135; 10623 Berlin / Germany
Tel.: 0049 30 31421853 Fax: 0049 30 31421853
mail: Christof.Ziegert@TU-Berlin.de

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