Startseite
 
Das Projekt
Der Lehm
Die Kampagne
Dokumentation

Gästebuch

Termine
Der Inhalt Die Literatur Die Medien Die Links
  Lehm, Ton, Erde Martin Rauch
 
eMail: LEHM TON ERDE
Baukunst GmbH, Schlins/Österreich
Tel.: 0043 – 5524 - 8327

 
Teil #2 Teil #3
lehmstruktur
Gestaltung im Stampflehm

bearbeiteter Stampflehm
Gestaltung im Stampflehm
Als Künstler begeistert mich die Trilogie: Lehm, Ton, Erde, die meine Arbeit seit über 16 Jahren begleitet. Seither hat die Formbarkeit von Lehm für mich eine Faszination, die aus der künstlerischen Arbeit entstand. Und weil mich Lehm, Ton und Erde als Künstler und Lehmbauer schon sehr lange begleiten, möchte ich hier einen Einblick in die Gestaltung von Lehmoberflächen, Lehmgestaltung und in das Lehmoberflächenfinish geben.
Obwohl die drei Worte - Lehm, Ton, Erde - prinzipiell dasselbe beinhalten, haben sie für mich und meine Arbeiten dennoch symbolischen Charakter. Im globalen Zusammenhang würde ich Lehm aus bautechnischer Sicht als Baumaterial beschreiben, Ton als Symbol der Gestaltbarkeit bei der künstlerischen Verarbeitung, Erde als Sinnbild ökologischer und volkswirtschaftlicher Vorzüge des Lehmbaus.
>Lehm besteht aus Ton und Sand, entsteht also aus der Zersetzung anderer Gesteine. In Zusammensetzung und Farbe gleicht somit kaum ein Lehm dem anderen. Zudem ergibt sich, je nach Vorkommen, eine große Vielfalt von Lehmbautechniken und -ausdrucksformen, die für die Regionen bestimmend und in der alten Lehmbausubstanz Europas - wie überall auf der Welt - erkennbar sind.
Mit seiner Schönheit und Lebendigkeit bietet Ton eine variantenreiche Gestaltung. Lehm ist ein wahrhaft lebendiges Material. Tone und Lehme weisen oft die gesamte Skala der Erdfarben auf: von weiß, hellbeige, gelb über ocker, braun bis rot usw. Feucht verarbeitet ist Lehm, je nach Zusammensetzung, ein mehr oder weniger formbarer Baustoff, der durch Lufttrocknung hart wird. Sein Color entspricht den Farben, die auch in der Natur vorkommen; vielleicht wirkt Lehm auch deshalb besonders ansprechend und angenehm. Wird dann auch noch ein ausgesuchtes Material verwendet, so läßt sich die Farbgebung harmonisch abstimmen - z.B. mit einem Lehm-Kasein-Spachtelboden.
Diese Gestaltungsvielfalt spricht sehr viele Menschen an, v.a. auch diejenigen, die Lehm vorerst nicht wegen seiner ökologischen und bauphysikalischen Vorteile verwenden würden, was die Zielgruppe für den Lehmbau wesentlich erweitert. Es ist gerade die ästhetische Oberfläche von Lehm wie auch seine sensible Gestaltbarkeit, die es Menschen möglich macht, Lehm und seine Eigenschaften zu begreifen, Freude und Begeisterung zu erleben. Dies ist der erste Schritt, sich mit Lehm auseinanderzusetzen, sich damit zu identifizieren und ihn zu verwenden.

Martin Rauch
Aus: "Modern bauen mit Lehm". ein Ratgeber der Kirchbauhof gGmbH
 
Teil #2 Teil #3

nach oben ··· zurück